Was sich Eltern wünschen

Wenn ich die Eltern in meinen Kursen nach ihren Erwartungen und Wünschen frage, schreibt die Mehrheit solche Zeilen wie diese:

  • «ruhig bleiben»
  • «geduldig sein / es lernen, geduldig zu sein»
  • «gelassener werden»
  • «locker und positiv mit den Kindern bleiben»
  • «in Stresssituationen dennoch Ruhe und Besonnenheit bewahren»
  • «alle sollten viel entspannter sein»
  • «ruhigere Atmosphäre schaffen, vor allem für die Kinder»

Es ist ein expliziter Wunsch und vor allen Dingen auch eine grosse Herausforderung, mehr Ruhe und Geduld in den Familienalltag zu bringen.

Etwas Stress kann positiv sein. Das bewegt uns zum Handeln und dazu, das zu erledigen, was getan werden muss. Negativer Stress auf Dauer hingegen ist sehr ungesund. Chronischer Stress führt zur Erschöpfung, weil der Körper einem fortwährenden Aktivierungszustand ausgesetzt ist.

Wenn Eltern dauerhaft gestresst sind, hat das wahrhaftig auch weitreichende negative Folgen für die Kinder. Sie verhalten sich nervös, gereizt, impulsiv oder ängstlich.

Geheimnis gelüftet: Wie und warum entsteht Stress?

Das unliebsame Phänomen verdanken wir den Spiegelneuronen. Sie liegen im prämotorischen Cortex des Gehirns – der sogenannten «grauen Substanz» – und sind für die Planung von Handlungen zuständig. Diese Nervenzellen im Gehirn werden aktiv, wenn man eine Handlung durchführt, sie beobachtet oder über sie nachdenkt. Sie wurden von den Neurophysiologen Giacomo Rizzolatti, Vittorio Gallese und Leonardo Fogassi entdeckt.

Dank der Spiegelneuronen sind bei den Menschen unterschiedliche Emotionen des Gegenübers wahrzunehmen. Durch Beobachtungen lassen sich bestimmte Handlungen auch lernen.

Gähnen wir, gähnt das Kind zurück. Das ist übrigens auch bei Erwachsenen so. Wenn wir ein Kind anlächeln, dann lächelt es zurück. Reagieren wir als Erwachsene in stressigen Situationen mit Ruhe, beruhigen sich Kinder schnell und sie lernen durch unser Vorbild. Wenn wir hingegen schnell laut werden, explodieren, schreien oder sogar handgreiflich werden, lernen Kinder diesen Umgang.

Es liegt darin begründet, dass Spiegelneuronen die Handlungen, die Körpersprache, die Mimik und Gestik anderer Menschen sehr genau wahrnehmen. Und das sorgt dafür, dass Menschen mitfühlend sein können.

Geduld und Gelassenheit – der Unterschied

Wikipedia definiert Geduld so:

Das Wort Geduld bezeichnet die Fähigkeit, zu warten oder etwas zu ertragen. Oft gilt Geduld als eine Tugend; ihr Gegenteil ist die Ungeduld.
Als geduldig erweist sich, wer bereit ist, mit ungestillten Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen zu leben oder diese zeitweilig bewusst zurückzustellen. Diese Fähigkeit ist eng mit der Fähigkeit zur Hoffnung verbunden. Geduldig ist auch, wer Schwierigkeiten, Leiden oder lästige Situationen mit Gelassenheit und Standhaftigkeit erträgt.

Wikipedia

Wikipedia definiert Gelassenheit so:

Gelassenheit, Gleichmut, innere Ruhe oder Gemütsruhe sind eine innere Einstellung, die Fähigkeit, vor allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit, Nervosität und Stress.
Während Gelassenheit den emotionalen Aspekt betont, bezeichnet Besonnenheit die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, also den rationalen Aspekt innerer Ruhe.

Wikipedia

Die Pferdepsychologin Herdis Hiller erklärt den Unterschied zwischen Geduld und Gelassenheit so:

Geduld ist wie eine Glühbirne – Gelassenheit hingegen der Strom. Ohne Gelassenheit kann die Geduld nicht zum Ausdruck kommen, kann das Licht nicht brennen.

Herdis Hiller

Das Gegenteil von Stress ist Entspannung, Ausgeglichenheit und Ruhe! Das Gegenteil von stressig ist beruhigend, entspannend, gelassen und lässig sein. Wenn eine Person nervös ist, lässt sich auch behaupten, dass sie unsicher ist. Es ist das Gegenteil von selbstbewusst.

Kinder und Erwachsene wünschen sich viel mehr von diesen angenehmen Gefühlen, entspannt, erfreut, belustigt, dankbar, ermutigt, fröhlich, gelassen, geschützt, liebevoll, ruhig, stressfrei, vertrauensvoll, zuversichtlich, respektvoll und sicher zu sein.

Wie soll das in der Praxis funktionieren?

7 bewährte Tools, die definitiv zu mehr Gelassenheit in der Familie führen

Wie bereits erwähnt, ist Gelassenheit eine Einstellung und Fähigkeit, mit schwierigen Situationen locker umzugehen und die Kontrolle nicht zu verlieren. Gelassenheit erfordert ein Umdenken. Es ist nicht der einfachste Weg, denn es braucht Selbstbeherrschung, Selbstbewusstsein und spezielle Werkzeuge.

Viel leichter ist es für die meisten Menschen, anderen die Schuld zu geben, den negativen Gefühlen wie Wut, Angst und Ohnmacht freien Lauf zu lassen und sich nicht zu kontrollieren. Auf diese Weise trennen wir uns aber von der Liebe zu uns selbst und zu anderen Menschen. Wir vergrössern die Distanz zu unseren Kindern und Geliebten und müssen mit unseren Schuldgefühlen umgehen.

Es geht allerdings auch anders, wenn wir erprobte Tools nutzen.

Tool Nr. 1: Entscheide dich für Gelassenheit

Gelassenheit ist eine Entscheidung. Du kannst dich beispielsweise dafür entscheiden, dich von den Kindern provozieren zu lassen oder nicht. Es ist eine Frage der Geisteshaltung.

Wenn wir erkennen, dass es in unserer Hand liegt, die herausfordernden Situationen zu meistern, bleiben wir ruhig.

Akzeptierst du die aktuelle Situation, so wie sie ist, kannst du angemessen damit umgehen.

Sag «Ja» zu dem, was gerade passiert.

Wenn du gelassen bist, herrscht Ruhe und Ordnung in deinem Kopf.

Tool Nr. 2: Kenne deine Grenzen und handle freundlich und bestimmt

Gelassenheit entsteht, wenn wir auf eine respektvolle Art klare Grenzen setzen können und uns Sorge tragen. Wir behandeln unser Kind / unsere Kinder dabei mit dem gleichen Respekt, den wir einem Freund / einer Freundin entgegenbringen. Nörgeln, schreien oder schimpfen sind keine respektvollen Erziehungsmethoden!

Behandle deine Kinder als gleichwertige Menschen. Das heisst nicht, dass sie die gleichen Rechte haben, aber den absolut gleichen Wert als Mensch. Wir respektieren unser Kind jederzeit.

Grenzüberschreitungen sind die häufigsten Ursachen für mögliche Wutausbrüche. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können ausrasten, wenn sie sich unfair behandelt, ausgenutzt oder betrogen fühlen. Auch wenn die eigenen Werte betroffen sind.

Um Extreme zu vermeiden, ist das UND ausschlaggebend; wir handeln gleichzeitig freundlich und bestimmt.

Beginne damit, Gefühle in Worte zu fassen und Verständnis zu zeigen.
Biete Wahlvarianten an, wenn die Möglichkeit besteht.

Beispiele:

(Halte dich an die Vereinbarung.) «Ich weiss, dass du den Hamsterstall nicht putzen möchtest, aber wie war unsere Vereinbarung?»
(Warte höflich und leise auf die Antwort.)
Oder: «Ich liebe dich und die Antwort ist Nein.“»

(Zeige Verständnis.) «Ich kann verstehen, dass du lieber draussen spielst, als zu lernen – und es ist wichtig, dass du dich zuerst für den Test vorbereitest.»

(Nutze eine Umleitung) «Du willst dir nicht die Zähne putzen – und ich will nicht für einen Zahnarzt bezahlen. Lass uns ein Wettrennen machen. Achtung, fertig, los!»

(Erkenne Gefühle an.) «Ich weiss, dass es schwer ist, mit dem Bauen aufzuhören – und es ist Zeit fürs Abendessen.»

(Biete eine Wahlmöglichkeit.) «Du willst nicht ins Bett gehen und es ist Schlafenszeit. Wählst du heute die Geschichte aus oder ich?»
(Triff eine Entscheidung und mach dann mit dem weiter, was du beschlossen hast.)

Tool Nr. 3: Fördere das Zugehörigkeitsgefühl

Zugehörigkeit nach Alfred Adler bedeutet, verbunden und integriert zu sein, soziale Kontakte zu haben, eine feste Bezugsperson zu haben und akzeptiert zu sein.

Abbildung: Das Ermutigungshaus (nach Theo Schoenaker)

Theo und J. Schoenaker und John M. Platt konnten in Umfragen über Zugehörigkeitsgefühl lesen, dass Menschen, die sich im Beruf nicht einbezogen fühlen, mehrere körperliche Beschwerden wie Nervosität, Anspannung, Magenschmerzen, Kopfschmerzen und dergleichen verspüren. Emotional fühlen sie sich unsicher, unzufrieden, dumm, traurig, haben Selbstzweifel, Angst, etwas falsch zu machen usw. Wenn Erwachsene auf diese Weise ein mangelndes Zugehörigkeitsgefühl erfahren, ist es für Kinder nicht anders.

Das Kind gehört objektiv zur Familie und zur Schulgemeinschaft, aber das Gefühl der Zugehörigkeit hängt davon ab, wie das Kind seinen Platz wahrnimmt. Kinder, die sich angenommen fühlen, wollen ihren Beitrag leisten und bieten ihre Hilfe auf vielfältige Weise an.

Es gibt Eltern, die dieses Angebot sinnvoll in den Alltag integrieren können, aber in den meisten Familien herrscht Stress und Hektik – und es existiert «keine Zeit». Hilfsangebote von Kindern werden aufgrund dieser Situation als anstrengend empfunden.

Vor nicht allzu langer Zeit war die Gesellschaft eher landwirtschaftlich geprägt und die Erwachsenen waren auf die Hilfe der Kinder angewiesen. Die Kinder mussten das Frühstück vorbereiten und Eier, Wasser und Feuerholz holen. Heutzutage wird die Hilfe von Kindern eher als lästiges Übel angesehen. Es heisst viel zu oft: «Lass mich in Ruhe! Geh und schau fern.» Das macht es den Kindern schwer, sich zugehörig zu fühlen. Und es ist schwierig für die Eltern, die richtige Einstellung zur Integration der Kinder zu finden.

Wie die Abbildung zeigt, ruht das Zugehörigkeitsgefühl auf zwei Säulen:

Säule A bezieht sich auf das Wesen des Kindes und Säule B auf sein Verhalten.
Säule A wird aufgebaut, indem wir dem Kind signalisieren, dass wir es lieben und ihm vermitteln: «Du bist du und du bist gut, so wie du bist. Du hast deinen Platz hier.»
Säule A beinhaltet all die Dinge, die wir tun, um den Wert des Kindes zu erhöhen, ohne dass das Kind etwas dafür tun muss.

Das tun wir zum Beispiel, wenn wir

  • das Kind als eine an Edelsteinen reiche Mine betrachten,
  • es freundlich anschauen,
  • mit freundlicher Stimme zu ihm sprechen,
  • ihm interessiert zuhören,
  • Körperkontakt herstellen,
  • das Kind wohlwollend umarmen,
  • seine Fortschritte begeistert unterstützen,
  • Spass mit ihm haben.

Wir reagieren nicht impulsiv, sondern beobachten und denken nach, bevor wir handeln.

Ist die Säule A vorhanden, werden Kinder helfen und einen sozial konstruktiven Beitrag leisten, weil sie soziale Wesen sind (Säule B).
Dann wollen sie denken, reden, Verantwortung übernehmen, helfen, etwas tun, etwas lernen. Wenn sie gebraucht werden, können sie auch auf etwas verzichten.

Die Aufgabe der Eltern, Lehrer und Lehrerinnen ist es, die Hilfe, den Beitrag und die Ideen der Kinder ernst zu nehmen. Wir müssen den Kindern signalisieren, dass wir an sie glauben und dass sie Erfolg haben werden. Wir ermutigen ihre Versuche und Fortschritte.

Die Umfrage hat auch gezeigt, dass auf diese Weise Leichtigkeit, Kreativität, Selbstvertrauen, Optimismus und Gleichberechtigung entstehen. All unser Potenzial wird offenbart.

Falls wir mit dem Verhalten des Kindes nicht einverstanden sind, können wir es korrigieren, ihm Anweisungen geben, ohne dabei Säule A – die Beziehung – zu verletzen. Säule A muss aufrechterhalten werden!

Eine positive Beziehung zu Menschen ist die Voraussetzung für alle Lebensaufgaben.

Weder Kinder noch Erwachsene lernen von Menschen, die sie nicht mögen.

Fehlt die A-Säule, fühlt sich das Kind abgelehnt und geht davon aus, keinen Platz zu haben. Das löst Gefühle der Isolation, Einsamkeit und Wertlosigkeit aus. Diese existenzielle Verzweiflung führt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zu Resignation, Aggressionen, Unfällen und Krankheit. Die Betroffenen haben wenig oder keine Lust zum Arbeiten und dazu, die Verantwortung an andere abzugeben.

Die folgenden Fragen helfen uns, dass wir uns beruhigen und effektiver handeln, wenn wir Fehlverhalten beobachten:

«Was genau ist los?»
«Was will das Kind erreichen?»
«Was kann ich tun?»
«Was ist mir das Kind wert?»

Wenn wir wissen, dass wir dazugehören, entsteht Ruhe. Das Zugehörigkeitsgefühl ist ein Grundbedürfnis, nach dem alle Menschen streben. Im Gegensatz dazu kann das Gefühl der Ausgeschlossenheit Wut auslösen.

Tool Nr. 4: Nimm es leicht und mit Humor

Humor ist magisch! Humor hilft Eltern und Kindern, Dinge lockerer zu betrachten.
Denke daran, zu lachen und Spass zu haben!

Ein Beispiel:

«Hier kommt das Kitzelmonster. Es schnappt sich alle Kinder, die ihre Spielsachen nicht aufräumen.»

Was hilft noch?

  • ein Lächeln am Morgen
  • über uns selbst lachen
  • die eigenen Probleme mit Humor nehmen (so wird es auch unseren Kindern gelingen, ihre Probleme humorvoll zu betrachten)
  • über unsere Fehler schmunzeln
  • häusliche Arbeiten wie Kochen oder Einkaufen nutzen, um ein bisschen herumzualbern
  • im Auto oder im Bus Wortspiele machen
  • Kinderwitze vorlesen lassen
  • eine lustige Fernsehsendung schauen, während man gemeinsam die Wäsche zusammenlegt
  • Zeit für Spass einplanen, Ausflüge oder Spieleabende organisieren, die allen Familienmitgliedern Freude bereiten, zusammen kochen, das Haus aufräumen, gemeinsam Ideen sammeln mit Aktivitäten, die uns einander näherbringen usw.
  • jeden Tag wenigstens eine kurze Zeit mit unserem Kind verbringen
  • dem Kind die Entscheidung überlassen, was es machen möchte (einen Ball hin- und herwerfen, ein Spiel spielen oder an einem Projekt arbeiten)
  • die Zeit des Zubettgehens als Gelegenheit nutzen, um uns mit dem Kind alleine zu beschäftigen (zum Beispiel Geschichte vorlesen, miteinander reden)

Wenn wir mit unseren Kindern Spass haben, werden sie mit Geschwistern und Freunden auch mehr Spass haben und weniger streiten.

Sei dennoch sensibel genug, um zu bemerken, wann Humor unpassend ist.

Tool Nr. 5: Fokussiere dich auf das Positive

Gelassenheit entsteht, wenn man einen positiven Blick hat und sich auf das halbvolle und nicht auf das halbleere Glas fokussiert. Anstatt den Fokus auf das zu richten, was gefehlt hat, falsch gelaufen ist oder noch erreicht werden muss, richte den Blick auf alles, was du und dein Kind / deine Kinder schon können und erreicht haben. Erkenne die Stärken des Kindes und formuliere sie.

Tool Nr. 6: Verstehe, wie das Gehirn funktioniert

Die grösste Schwierigkeit liegt genau darin, in den schwierigen, akuten Situationen diese Tools abzurufen. Wenn wir verärgert sind, aktiviert sich der Kampf-Flucht-Bereich im Gehirn.

Versuche nicht, die Probleme zu lösen, wenn du verärgert bist – oder dein Kind. Beruhigt euch zuerst (positive Auszeit), bis ihr wieder Zugang zu eurem rationalen Gehirn habt.

Lass dein Kind / deine Kinder wissen, wann du eine Auszeit brauchst, und gehe in einen anderen Raum. Wenn du die Situation nicht verlassen kannst, zähle bis 10 und rückwärts oder atme langsam und tief ein und aus. Falls du Fehler machst, entschuldige dich bei deinem Kind / deinen Kindern.

Viele Erwachsene erwarten, dass die Kinder ihr Verhalten im Griff haben, während sie ihres nicht kontrollieren. Selbststeuerung ist eine exekutive Funktion, die gelernt werden kann!

Exekutive Funktionen

«Exekutive Funktionen» sind in der Hirnforschung geistige Fähigkeiten, die das menschliche Denken und Handeln steuern.

Die Fähigkeiten, sich zu beruhigen, Aufmerksamkeit zu lenken oder sich auf etwas zu konzentrieren, Informationen zu speichern und mit gespeicherten Informationen zu arbeiten, werden vom Stirnhirn gesteuert.

Dieses Kontrollzentrum des Gehirns ist erst im jungen Erwachsenenalter voll entwickelt. Die exekutiven Funktionen beeinflussen jedoch bereits im Kindes- und Jugendalter die Lernleistung und die sozio-emotionale Entwicklung.

Diverse Publikationen von Diamond et al. (2007) und Diamond (2012) fassten die exekutiven Funktionen in einer Trias:

  • inhibitorische Kontrolle (Hemmen von Impulsen, Selbstkontrolle, Belohnungsaufschub)
  • Arbeitsgedächtnis (Aufnehmen, Halten und Bearbeiten von Informationen)
  • Flexibilität (Umstellungsfähigkeit, Konzepte bilden und bei Bedarf ändern, Rollenübernahme, Perspektivenwechsel).

Sie stellten die Vermutung auf, dass alle zu beobachtenden exekutiven Prozesse auf den oben erwähnten «core functions» beruhen.

Warten können, bis man selbst an der Reihe ist, ist eine eher niedere exekutive Funktion, die Kleinkinder aber erst einmal lernen müssen. Das Abarbeiten eines Wochenplanes so zu organisieren, dass am Ende der Woche alle Aufgaben erledigt sind, stellt schon höhere Ansprüche an die drei «core functions».

Es lohnt sich, das eigene Verhalten zu disziplinieren, denn Vorbilder sind die besten Lehrer.

Tool Nr. 7: Bilde dich im Bereich Erziehung weiter! Die fantastischen Vorteile der respektvollen Erziehung

Sich als Eltern stets weiterzubilden, gibt Sicherheit. Ein STEP-Elternkurs oder ein 1:1-Erziehungs-Coaching hilft dir dabei, mehr Sicherheit zu schaffen. Das führt zu mehr Selbstbewusstheit und Gelassenheit.

Fange direkt bei dir selbst an und erkenne die Vorteile, wenn du dein Kind / deine Kinder mit Geduld und Gelassenheit erziehst!

  • In der Erziehung steht man immer wieder vor Problemen. Für Erziehungsprobleme gibt es kein Rezept, aber in jedem Fall einen Zaubertrick, der immer hilft: Kinder mit Geduld und Gelassenheit begleiten.
  • Wenn du deine Geduld verlierst, könntest du Dinge sagen oder tun, die du anschliessend bereuen wirst. Du schadest dir selbst und kannst dabei dein Kind / deine Kinder sehr verletzen. Unsere wichtigste Aufgabe meiner Meinung nach ist es, die Seele unserer Kinder oder der uns anvertrauten Kinder zu schützen. Wir müssen Kinder stärken und nicht schwächen.
  • Durch mehr Gelassenheit erlangst du deine Kontrolle und Handlungsfähigkeit zurück. Statt blinder Wut und explodierender Emotionen kannst du angemessen reagieren. Die inhibitorische Kontrolle erlaubt es, an einer Sache dranzubleiben, die Zielverfolgung, innere und äussere beeinträchtigende Reize auszublenden und Reaktionen zu hemmen, die nicht zielführend sind.
  • Mit Geduld, Ruhe und Gelassenheit bringst du den Kindern auf eine gesunde Art Werte bei. Du zeigst ihnen, dass man aus Fehlern lernen kann, die Emotionen auf andere Weise ausdrücken kann und dass wir alle in einem Lernprozess sind.
  • Indem du Ruhe und Geduld bewahrst, bist du ein positives Vorbild für dein Kind / deine Kinder und trägst somit zu seiner/ihrer Gesundheit und seinem/ihrem Erfolg bei.
  • Kinder lernen durch Imitation der Eltern, deren Konfliktschema beispielsweise in der Form erfolgt, Machtkämpfe auszutragen, nachzugeben und Konflikte konstruktiv zugunsten aller zu lösen. Welche Art der Konfliktlösungen wollen wir unseren Kindern mitgeben?
  • Dank der Spiegelneuronen hilfst du mit deiner Ruhe, dass Kinder wieder zur Ruhe zu finden.
  • Wut und Stress sind ansteckend. Ruhe auch. Wenn wir uns also mehr Gelassenheit im Alltag wünschen, müssen wir bei uns anfangen. Sobald wir geduldig mit Kindern umgehen, sind sie weniger stressanfällig.
  • Eine Erziehung mit Respekt und Geduld schafft Nähe und Vertrauen statt Distanz und Feindseligkeit. Wenn du mit Respekt reagierst, kommt die Botschaft der Liebe an. Denke immer daran: Erst kommt die Beziehung, dann die korrigierende Massnahme (Connection before Correction).

Beispiele:

  • «Du bist mir wichtiger als deine Noten. Was bedeuten dir deine Noten?»
  • «Ich liebe dich und ich habe Vertrauen, dass wir eine respektvolle Lösung finden können.»

Gelassenheit gibt Sicherheit.
Sicherheit gibt Gelassenheit.

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Ich freue mich sehr, dich ein Stück auf deinem Weg zu mehr Gelassenheit begleiten zu dürfen!

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